Was bedeutet vegane Ernährung?

Eine rein vegane Ernährung enthält keinerlei tierische Bestandteile, die Nahrungsmittel eines überzeugten Veganers sind ausschliesslich pflanzlichen Ursprungs. Anders als bei Vegetariern verzichten Veganer somit nicht nur auf Fleisch, sonder auch auf tierische Produkte wie beispielsweise Milch, Butter, Käse und Eier. Vegane Ernährung erfolgt oft aus einer ethischen Grundeinstellung heraus, was auch einen Verzicht auf Produkte tierischen Ursprungs in Bereichen ausserhalb der Ernährung beinhaltet. Von überzeugten Veganern werden Produkte mit Daunenfedern, Tierwolle, Leder und Wachs abgelehnt. Eine konsequente Lebensweise also, die das Thema vegane Ernährung ergänzt.

Die Gründe für eine vegane Ernährung sind primär im gesundheitlichen und/oder ethischen Bereich zu finden. Dazu kommt ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein gegenüber Tieren, der Umwelt und des Klimas. Veganer treffen ihre Entscheidungen daher zumeist nicht nur zum eigenen Wohl, sondern auch aus einem Verantwortungsgefühl heraus.

In den Argumenten gegen den Verzehr tierischer Produkte werden oft die Zahlen von hungernden Menschen weltweit, den Zahlen der Produktion pflanzlicher Nahrung für Nutztiere, gegenübergestellt. So werden für ein Kilo Fleisch etwa 15 Kilo pflanzliche Nahrung und 15000 Liter Wasser verfüttert, die den Menschen in den produzierenden Ländern dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Besonders in Staaten der "Dritten Welt" werden riesige Mengen pflanzliche Nahrungsmittel produziert, um in die Industriestaaten zur Tierfütterung exportiert zu werden. Eine unterernährte Bevölkerung und Hungersnöte gehören zu den dramatischen Folgen. Vegane Ernährung ist für viele Menschen ein Schritt, sich diesen Missständen entgegen zu stellen.

Ein weiterer wichtiger Beweggrund auf Fleisch zu verzichten ist der gesundheitliche Aspekt. Viele der sogenannten Zivilisationskrankheiten in den Industriestaaten sind auf übermässigen Fleischkonsum zurückzuführen. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen die gesundheitlichen Folgen von Fehlernährung durch zu viel tierische Produkte. Im Fokus stehen hierbei oft die chronischen Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzerkrankungen und Übergewicht. Aber auch der ernährungsbedingte Zusammenhang zu Krebsleiden, Alzheimer-Erkrankungen und Schlaganfällen wurde durch internationale Studien schon nachgewiesen.

Vorteile durch vegane Ernährung

Zu den persönlichen Vorteilen ihrer Ernährungsweise zählen Veganer häufig die positiven Wirkungen auf die eigene Gesundheit. Durch Prävention vermeiden Veganer in hohem Masse chronische Krankheiten, schlechte Blutwerte und Übergewicht. In diesem Zusammenhang gibt es wissenschaftliche Belege, die eine rein pflanzliche Ernährung, als eine der gesündesten Ernährungsformen überhaupt, empfehlen. Laut zahlreicher Ernährungsstudien sind die meisten Veganer bis ins hohe Alter gesund, körperlich und geistig leistungsfähiger als ihre Mitmenschen.

Durch vegane Ernährung kann jeder Mensch einen Beitrag für den Umweltschutz, den Klimaschutz und den Tierschutz leisten. Je mehr Menschen auf Tierprodukte verzichten, je weniger Nutztierhaltung ist weltweit erforderlich. Der Lebensmittelkonsum der Menschen hat immer auch Auswirkungen auf die Umwelt und die Natur. Diese negativen Auswirkungen sind in der Produktion, im Transport und in der Verarbeitung von Lebensmitteln begründet. Gerade der Bedarf an Lebensmitteln tierischen Ursprungs muss unter den Gesichtspunkten Klimaerwärmung, intensive Landwirtschaft, Wasserhaushalt und Klimagase äusserst kritisch betrachtet werden.

Man geht davon aus, dass allein in Deutschland etwa 40 % der Treibhausgasemissionen eingespart werden könnte, wenn die Verbraucher eine vegane Ernährung vorziehen würden.

Durch Intensivtierhaltung werden zudem riesige Mengen tierische Ausscheidungen produziert, die letztendlich wieder im Wassersystem landen. Gülle und Dung können von Kläranlagen nicht behandelt werden und landet in Form von Rückständen zurück im Trinkwasser.

Auch das Thema Tierschutz ist für Veganer ein wichtiger Aspekt. Keine tierischen Nahrungsmittel werden so human erzeugt, wie oftmals in der Werbung dargestellt. Schlagwörter wie Massentierhaltung, Legebatterien, Massenbrütereien, Schlachthöfe und Mastbetriebe liefern immer wieder Schlagzeilen und Reportagen darüber, was die Verbraucher mit dem Verzehr tierischer Produkte unterstützen.

Veganismus kann also in vielen Bereichen zu positiven Veränderungen beitragen, ist leicht in den Alltag zu integrieren und sorgt im Idealfall für Gesundheit und ein besseres Gewissen.

Nachteile durch vegane Ernährung

Bei den Nachteilen durch vegane Ernährung handelt es sich primär um einen Mangel an wichtigen Mineralien und Proteinen. So liegt bei langjährig praktiziertem Veganismus nicht selten ein Mangel an Vitamin B2, D und/oder B12 vor. Auch eine Unterversorgung mit Jod, Zink, Calcium und Eisen gehen oft mit veganer Ernährung einher. Um das zu vermeiden, ist eine überlegte Zusammenstellung der pflanzlichen Lebensmittel nötig und ggf. eine Nahrungsergänzung, die dem Körper die fehlenden Stoffe zuführt.

Zu weiteren Nachteilen durch vegane Ernährung gehört es, dass nicht alle Bevölkerungsgruppen gleich gut geeignet sind, sich ausschliesslich pflanzlich zu ernähren. Alte Menschen, Säuglinge, Schwangere und stillende Mütter sind bei veganer Ernährungsweise anfällig für körperliche Mangelerscheinungen.

Auch die Umstellung auf fleischlose Ernährung ist für viele Menschen schwierig und gerade die Anfangsphase wird oft nachteilig empfunden. Da helfen nur ein grosses Mass an Selbstdisziplin und eine gut sortierte Auswahl an Vorräten pflanzlichen Ursprungs in der Küche. Viele Veganer beklagen zudem die nach wie vor recht hohen Preise für bestimmte Nahrungsmittel wie Fleischalternativen oder Käseersatzprodukte. Mit der zunehmenden Nachfrage wird jedoch das Angebot der Hersteller in diesem Bereich grösser, und die Preise kleiner werden. Ein weiterer Nachteil ist ein gewisser Mangel an Spontanität im Alltag. Stundenlang mit Freunden unterwegs kann es passieren, dass sich die Suche nach einer vegan geeigneten Mahlzeit für unterwegs recht schwierig gestaltet. Gleiches gilt auch bei Einladungen zum Essen und oft noch bei Restaurantbesuchen.

Fazit dieser Ernährungsform

Veganismus liegt im Trend und hat viele überzeugte Anhänger. Bewusstes Essen, Tierschutz und der Schutz von Umwelt und Klima lassen sich hierbei perfekt verbinden.

Veganer sollten ihre Nahrungsmittel bewusst zusammenstellen, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Hierbei sind Überlegung und Planung wichtige Aspekte. Auch die Informationen, welche Stoffe der Körper in welcher Menge braucht, sind wichtig. Wird komplett auf tierische Produkte verzichtet gilt es einige wichtige Mineralien, Vitamine und Proteine die der Körper braucht, auszugleichen. Vorsicht ist bei Lebensmitteln geboten, die zwar vegan aber trotzdem ungesund sind, bestes Beispiel hierfür ist weisser Zucker. Auch die erhöhte Aufnahme von Sojaprodukten gehört in diesen Bereich, Soja erhöht den Östrogenspiegel im Körper und sollte daher nur gering dosiert zugeführt werden.