Was ist Zucker?

Das Lebens- und Genussmittel Zucker wird aus Pflanzen gewonnen, schmeckt süss und ist kristallin. Jede Pflanze produziert den süssen Stoff im Rahmen der Photosynthese. Doch nur wenige Pflanzen speichern ihn in entsprechenden Mengen. Zuckerrohr und Zuckerrübe sind zwei der wenigen Pflanzen, aus denen er gewonnen werden kann. Einfach gesagt handelt es sich um ein Kohlenhydrat. Chemisch gesehen besteht er aus zwei sogenannten Monosacchariden oder Einfachzuckern. Diese sind Fruktose oder Fruchtzucker und Glucose also Traubenzucker. Er ist für den menschlichen Körper ein rascher Energielieferant, der jedoch auch Nachteile hat.

Welche Arten von Zucker gibt es?

Generell werden die Zuckerarten nach ihrer Quelle unterschieden. Die wohl am längsten bekannte Art ist der Rohrzucker, der aus dem Zuckerrohrsaft hergestellt wird. Er hat eine goldbraune Farbe. Die andere Variante wird aus der Zuckerrübe gewonnen. Durch Verarbeiten und Raffinieren entsteht der typische Haushaltszucker. In den letzten Jahren wird der Ahornzucker oder Ahornsirup in unseren Breiten immer beliebter. Diese kanadische Spezialität stammt vom Saft des Zuckerahorns. Relativ neu auf dem Markt ist der Kokosblütenzucker, der aus dem Nektar der Kokospalme hergestellt wird. Daneben wird nach Form und Körnung unterschieden. So gibt es etwa Würfel-, Staub-, Kandis- oder Hagelzucker.

Wie wirkt Zucker auf unseren Körper?

Zucker zählt zu den Kohlenhydraten. Sie spielen neben den Proteinen und Fetten eine wichtige Rolle in der Ernährung. Dieses Kohlenhydrat wird im Darm rasch abgebaut und ins Blut weitertransportiert. Benötigt der Körper sehr rasch Energie, ist er ideal. Diese Wirkung ist besonders dann von Bedeutung, wenn eine körperliche oder geistige Höchstleistung gefordert ist.Die Energie kommt somit bereits einige Minuten nach dem Verzehr im Blut an.

Daraufhin produziert die Bauchspeicheldrüse erhebliche Mengen an Insulin, um ihn aus dem Blut abzubauen. Der Mensch fühlt sich in diesem Moment stark, kräftig und kann sich wieder konzentrieren. Doch rasch stellt sich wieder Hunger ein. Der Grund dafür ist, dass ausser reinen Kohlenhydraten keine weiteren Nährstoffe zugeführt werden. Man nimmt völlig leere Kalorien zu sich.

Folgt nun wieder etwas Süsses nach, wird noch mehr Insulin produziert. Mit der Zeit entsteht ein schwer zu durchdringender Kreislauf. Durch die Wirkung auf den menschlichen Körper wird man regelrecht süchtig auf Süsses, weil der Blutzuckerspiegel immer wieder sinkt. Der Körper will stetig mehr. Es entsteht ein chronisch erhöhter Insulinspiegel, der in der Folge zahlreiche chronische Krankheiten begünstigt. Werden die Kohlenhydrate vom Körper nicht sofort zur Energiegewinnung benötigt, werden sie als Fett gespeichert. Es entsteht Übergewicht.

Welcher Zucker ist ungesund?

Generell gilt, dass isolierte Zuckerarten ungesund sind. Diese lassen den Blutzucker rasch ansteigen, liefern aber daneben keine weiteren Nährstoffe. Dazu zählt die Glucose oder Traubenzucker. Er ist in Süsswaren, Getränken und Sportlernahrung zu finden und wird aus Stärke gewonnen. Auch die Fructose gehört, wie die Glucose zu den Einfachzuckern. Fructose wird ebenso wie Glucose industriell gewonnen und zahlreichen Lebensmitteln zugesetzt. Sowohl Fructose als auch Glucose kommen in Obst und Gemüse vor und sind in ihrer natürlichen Form für den Körper sogar gesund. Die Saccharose, ein Zweifachzucker, besteht aus Traubenzucker und Fruchtzucker. Dabei handelt es sich um die typisch raffinierte weisse Süsse, die aus Zuckerrübe oder Zuckerrohr gewonnen wird. Verarbeitet spricht man von klassischem Haushaltszucker.

Warum macht Zucker dick?

Zucker ist ein reines Kohlenhydrat und wird als solches direkt vom Darm ins Blut transportiert. Von dort gelangt er ins Gehirn und steht sofort als Energielieferant zur Verfügung. Wird diese Energie nun vom Körper nicht sofort verbraucht, speichert er diese für einen späteren Zeitpunkt. Dazu ist das Hormon Insulin notwendig. Dieses wird vom endokrinen Teil der Bauchspeicheldrüse produziert. Es wirkt auf den Blutzuckerspiegel und sorgt dafür, dass das Kohlenhydrat von den Zellen aufgenommen wird. Dort wird es im besten Fall sofort zur Energiegewinnung verwendet. Benötigt der Körper im Moment nicht so viel Energie, wird diese in Fett umgewandelt, um für einen späteren Zeitpunkt zur Verfügung zu stehen.

Fällt der Blutzuckerspiegel, sorgt dies für Heisshungerattacken. Es wird wieder Süsses zugeführt und in der Folge wieder Fett eingelagert. Übergewicht entsteht. Doch nicht nur verschiedene Zuckerarten sind für diese Entwicklung verantwortlich. Auch Stärke aus Weissmehl wird im Körper zu Zucker umgewandelt und bei Nichtverwendung als Fett eingelagert. Das bedeutet, dass auch das Weissbrot, die Pizza und der Kuchen bedenklich sind und Übergewicht begünstigen. Im Gegensatz dazu werden Kohlenhydrate aus vollwertigen Lebensmitteln langsam im Körper umgewandelt. Es wird deutlich weniger des Hormons ausgeschüttet. Man ist länger satt und die Nährstoffe werden besser verwertet.

Wieso ist zu viel Fruchtzucker ungesund?

Fruchtzucker in seiner natürlichen Form, wie er in Obst und Gemüse vorkommt, ist nicht schädlich. Isolierte, industriell hergestellte Fructose hat jedoch für den menschlichen Körper erhebliche Nachteile. Sie ist deutlich süsser als Glucose und wird daher in vielen Fertigprodukten und Getränken verwendet. Im Gegensatz zur Glucose wird Fructose im Körper langsam abgebaut. Es ist auch kein Insulin dafür notwendig.

Gelangen grosse Mengen an Fructose in den Körper, kann der Dünndarm ihn nicht entsprechend verarbeiten und ins Blut weitertransportieren. Der Rest gelangt in den Dickdarm und nährt die dort angesiedelten Bakterien. Es kommt zur Produktion von Gasen und Säuren. Dies erzeugt Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. Die Darmflora verändert sich und erzeugt ein giftiges Milieu. Die für den Darm wichtigen Bakterien werden zerstört. Pilze und Parasiten jedoch finden einen optimalen Lebensraum vor. Die Folge sind chronische Entzündungen und Pilzinfektionen.

In der Leber wird aus Fructose Energie gewonnen. Fett wird in den Leberzellen eingelagert und bei Bedarf immer wieder abtransportiert. Nimmt man zu viel Fructose zu sich, wird dieser Prozess gestört. Es kommt zur Fettleber. Menschen, die zu viel Fructose zu sich nehmen, entwickeln dazu meist eine Resistenz gegenüber Insulin. Damit wird der Grundstein für die sogenannte Zuckerkrankheit Diabetes Typ 2 gelegt.

Warum ist der Fruchtzucker in den Früchten aber trotzdem gesund?

Natürlicher Fruchtzucker ist in Obst, Gemüse und Honig enthalten. In Massen genossen ist Fructose deutlich gesünder als Traubenzucker. Für den Abbau im menschlichen Körper ist kein Insulin notwendig. Der Blutzuckerspiegel bleibt daher nach dem Genuss von Fructose weitgehend unbeeinflusst. Obst und Gemüse liefern neben der Fructose auch wichtige Ballaststoffe. Diese regulieren die Verdauung und können somit die unerwünschte Wirkung der Fructose im Verdauungstrakt aufheben oder mildern. Daneben sind in frischem Gemüse und Früchten zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe zu finden. Sie stellen wichtige Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung dar. Dazu kommt, dass die Menge an Fructose im Obst deutlich geringer ist als jene in Softdrinks oder Süsswaren. Ein Mensch müsste daher Unmengen an Obst zu sich nehmen, um in etwa auf dieselbe Zuckermenge zu kommen. Um dennoch an der Fructosemenge zu sparen, kann man auf Beeren zurückgreifen. Sie enthalten deutlich weniger Fructose als etwa Äpfel oder Birnen.

Wo verstecken sich die schlechten Fruchtzucker?

Industriell hergestellte Fructose hat eine sehr hohe Süsskraft und ist in der Herstellung kostengünstig. Sie bietet sich daher optimal als Zusatz vieler Lebensmittel an. So ist die künstliche Fructose in Schokoriegeln, Eiscreme, Kuchen und Fruchtgummis enthalten. Sie wird aber auch in Essiggurken, Ketchup oder Salatdressings zugesetzt.

Schon in den Produkten für Säuglinge und Kleinkinder ist Fructose zu finden. Besonders gefährlich sind die sogenannten Softdrinks. Cola, Eistee und Limonaden enthalten grosse Mengen an Fructose und sind daher im Dauergebrauch äusserst bedenklich. Lange Zeit war Fructose auch Inhaltsstoff vieler Lebensmittel für Diabetiker. Aufgrund des heutigen Wissensstandes wird davon aber seit einiger Zeit abgesehen.

Wie stark ist Zucker in unserer Gesellschaft verankert?

Lange Zeit wurde er ausschliesslich aus Zuckerrohr hergestellt. Er musste aus Übersee eingeführt werden und war entsprechend teuer. Heute ist er zu einem beliebten Lebensmittel geworden und ein Leben ohne ihn ist kaum vorstellbar. Das beginnt zumeist schon beim morgendlichen Kaffee, der erst mit einem Löffelchen des süssen Kristalls richtig schmeckt. Alleine in Deutschland liegt der Jahresverbrauch deutlich über 30 Kilogramm pro Person. Zumeist merkt der Konsument jedoch überhaupt nicht, dass er schädliche Süsse zu sich nimmt. Man kann davon ausgehen, dass in beinahe allen verarbeiteten Lebensmitteln wie Sossen, Brot, Joghurt oder Limonaden industriell hergestellter und damit billiger Maissirup enthalten ist. Dieser hat einen grossen Anteil an schädlicher Fructose. Schon Säuglinge und Kleinkinder werden auf diese Art mit zuckerhaltigen Säften und Süssigkeiten gefüttert. Der Körper gewöhnt sich früh an den süssen Geschmack. Süss wird zur Selbstverständlichkeit. Will man gänzlich auf schädliche Zuckerarten verzichten, so ist dies nur mit sehr viel Mühe und Produktkenntnis möglich.

Welche Alternativen gibt es zu Zucker?

Immer wieder wird nach Alternativen gesucht. Auf dem Markt ist heute schon eine breite Palette an Ersatzstoffen erhältlich. Wer auf natürliche Produkte setzt, wird hier zu Ahornsirup und Agavendicksaft greifen. Auch Reissirup und Honig fallen in diese Kategorie. Dabei muss allerdings erwähnt werden, dass auch diese Süssungsmittel nicht frei von Fruchtzucker sind. Für Menschen mit Diabetes sind sie also nur bedingt geeignet. Anders ist dies bei Birkenzucker. Er wird aus Pflanzen gewonnen und besteht aus Xylit, einem Zuckeralkohol. Er hat deutlich weniger Kalorien als Haushaltszucker und keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Auch der Süssstoff Stevia, das von der Stevia-Pflanze stammt, beeinflusst die Insulinproduktion nicht. Sehr umstritten dagegen sind die klassischen Süssstoffe wie Cyclamat, Aspartam, Saccharin und Acesulfam.

Langfristigen Folgen des Zuckerkonsums?

Eine vermehrte Zuckeraufnahme macht den Organismus antriebslos und müde. Das hängt mit dem laufend fallenden Zuckerspiegel zusammen. Dazu können Magen- und Darmprobleme kommen wie Durchfall, Verstopfung oder Blähungen. Auch die Haut kann auf übermässige Aufnahme von Süssem negativ reagieren. Typische Symptome sind Pilzbefall oder Haarausfall. Auch Nervosität, Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche werden dem Zuckergenuss zugeschrieben. Zudem wird das Immunsystem geschwächt. Es kommt deutlich rascher zu Infektionskrankheiten. Eine häufige Folgeerkrankung von zu hohem Zuckerkonsum ist die sogenannte Zuckerkrankheit oder Diabetes. Nicht zu vergessen ist, dass ein zu viel der weissen Süsse einer der bedeutendsten Gründe für Übergewicht ist. Wird Zucker vom Körper nicht verbraucht, so wird er als Fett gespeichert. Dazu kommen die gefährliche Fettleber und Nierenprobleme. Zu guter Letzt werden die Zähne durch Süsses angegriffen, was Karies begünstigt.