Vitamin D wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts als wichtiger Bestandteil in der Nahrung erkannt.

Seine Entdeckung ist eng verknüpft mit der Erforschung der seinerzeit weitverbreiteten Erkrankung Rachitis, einer mangelnden Mineralisierung der Knochen, die zu schweren Missbildungen führt. Hier findet sich bereits eine der wichtigsten Aufgaben von Vitamin D im Organismus von Mensch und Tier.

Keine Calzium-Aufnahme ohne Vitamin D

Knochen und Zähne bestehen vornehmlich aus Calzium. Damit dies vom Körper aufgenommen und entsprechend verwertet werden kann ist Vitamin D, wissenschaftlich Cholecalciferol, notwendig. Erst so kommt es zur unverzichtbaren Mineralisierung der Knochen und Zähne, die einen lebenslangen Einsatz ermöglichen. Vitamin D greift also regulierend in den Kalzium-Phosphat-Haushalt ein. Diese Erkenntnisse gelten als gesichert. Neuere Studien belegen jedoch, dass Vitamin D weitaus mehr Aufgaben im Organismus hat und Lebensqualität und -dauer deutlich beeinflussen kann.

Streng genommen handelt es sich bei dem Vitamin D um ein Prohormon. Erst durch die chemische Umwandlung im Körper werden seine hormonellen Eigenschaften freigesetzt. Nun kann es seine vollständige Wirksamkeit entfalten. Insbesondere ist hier eine verbesserte Immunabwehr erwähnenswert. Allerdings scheint es bei ausreichender Versorgung mit Vitamin D auch zu besseren Schutzmechanismen gegen die Bildung von einigen Krebsarten zu kommen. Hauterkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte) wird durch Vitamin D vorgebeugt und es sinkt das Risiko, an Autoimmunkrankheiten zu erkranken.

Vitamin D und Mangelerscheinung

Ist der Körper nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt, stellen sich über einen längeren Verlauf schwerwiegende Mangelerscheinungen ein. Ein »Aufweichen« der Knochen ist eines der ersten deutlich sichtbaren Zeichen. Häufig zu beobachten ist dies bei älteren Menschen, wenn sich Hüftbrüche nach Stürzen einstellen oder es zur Ausbildung des sogenannten »Witwenbuckels« kommt. Die Osteoporose ist zwar ein Mangel an Kalzium im Knochen, der jedoch tritt häufig nicht allein durch die fehlende Aufnahme von Kalzium ein, sondern in Verbindung mit einem oft chronischen Vitamin-D-Mangel.

Sind die Patienten noch jünger, leiden aber an vergleichbaren Symptomen, spricht man von Rachitis. Es kommt zu unzureichender Mineralisierung der Knochen und Wachstumsfugen entwickeln sich nicht altersgerecht. Auch hier ist Vitamin-D-Mangel die häufigste Ursache.

Erste Anzeichen von Vitamin-D-Mangel lassen sich jedoch bereits deutlich früher feststellen: Reizbarkeit, Nervosität oder Schwindelanfälle können Hinweise auf einen Vitamin-D-Mangel darstellen. Ebenso werden Müdigkeit und Konzentrationsstörungen mit einer Unterversorgung mit diesem lebenswichtigen Vitamin assoziiert. Da es für diese Symptome jedoch auch eine Reihe anderer Ursachen gibt, kann darüber nur eine Untersuchung beim Arzt genauen Aufschluss geben.

Vitamin D für alle

Hauptversorgungsquelle für Vitamin D ist die Sonne, da der Körper das Cholecalciferol in der Haut selbst bildet. So ist die Versorgung der Bevölkerung mit Vitamin D in sonnenreichen Ländern häufig bedeutend besser als in jenen, die nur eine geringe Anzahl an Sonnenstunden zu verzeichnen haben. Etwa 30 Minuten im Licht können einem Vitamin-D-Mangel wirksam vorbeugen. Dabei sollte auf Sonnenschutz verzichtet werden, der UVB-Strahlen abschirmt. Wenn in nördlichen Ländern im Winter das verfügbare natürliche Licht geringer wird, lässt sich dem Mangel durch die Wahl entsprechender Lebensmittel erfolgreich entgegenwirken. Allerdings sind nur ausgesprochen wenig Nahrungsmittel gekennzeichnet durch einen hohen Vitamin-D-Gehalt. Hierzu zählen

 

  • stark fetthaltiger Seefisch, vor allem Lachs, Hering,Thunfisch oder Aal
  • Kalbsfleisch und
  • Eier.

 

Bei den pflanzlichen Lebensmitteln sind besonders

 

  • Pilze wie Morcheln, Steinpilz, Pfifferlinge und Champignons sowie
  • Avocados

als reich an Vitamin D bekannt.