Der Begriff Vitamin E beschreibt eine Gruppe von fettlöslichen Substanzen. Besonders häufig vorkommende Formen sind die antioxidativ wirkenden

Tocopherole und Tocotrienole. Insgesamt besteht die Vitamingruppe aus 16 Formen, acht davon sind den Tocopherolen zuzuordnen. Vitamin E ist zwar in den Membranen der tierischen Zellen enthalten, kann jedoch nur durch Pflanzen sowie Cyanobakterien gebildet werden, da diese Organismen Photosynthese betreiben.

Folglich muss es dem Körper, für den es von essenzieller Bedeutung ist, von außen zugeführt werden. Die Form Alpha-Tocopherol wurde bisher am besten erforscht, 1938 erfolgten die Beschreibung der Struktur sowie die chemische Synthese. Den Tocotrienolen widmete man sich dagegen erst 1956 ausführlich. Forscher kamen bereits 1922 mit dem Vitamin in Berührung. Im Gegensatz zu Tocopherolen, die eine gesättigte Seitenkette aufweisen, verfügen Tocotrienole über eine dreifach ungesättigte Seitenkette.

Eine dritte Gruppe, die Tocomonoenole, besteht ebenso wie die marinen Tocopherole aus einer Seitenkette, die einfach ungesättigt ist. Der Aggregatzustand des Vitamins ist flüssig, seine Färbung gelblich bis braun. Der Schmelzpunkt wird zwischen 2,5 und 3,5 Grad Celsius erreicht, der Siedepunkt bei 393 Grad Celsius.

Vitamin e Wirkung

Das Zellschutzvitamin wirkt in vieler Hinsicht positiv auf den menschlichen Körper. Unter anderem werden körpereigene Zellen durch die natürliche antioxidative Wirkung vor freien Radikalen geschützt, wodurch zum Beispiel Grünem Star entgegengewirkt werden kann. Faktoren für die Entstehung freier Radikale sind unter anderem Rauchen und Stress. Vitamin E hilft zudem bei der Stärkung der Abwehrkräfte und beugt Arteriosklerose vor, da die Blutgefäße vor Ablagerungen geschützt werden.

Zusätzlich wirkt sich der antioxidative Effekt positiv auf die Cholesterinwerte aus. Nicht unwesentlich ist die Tatsache, dass auch die Bildung von Blutgerinnseln gehemmt werden kann, das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko wird somit gemindert. Der Blutzuckerspiegel wird ebenso gesenkt. Eine entscheidende Rolle nimmt das Vitamin auch bei der Funktionsweise des Gehirns ein. Es ist bei der Verlangsamung des Alterungsprozesses beteiligt, wodurch einer Alzheimererkrankung vorgebeugt werden kann. Da es ferner als Fruchtbarkeitsvitamin gilt, wirkt es einer geminderten Fruchtbarkeit effektiv entgegen.

Nicht zuletzt kann auch das Risiko, an Krebs zu erkranken, verringert werden. Durch eine ausreichende Zufuhr des Vitamins wird darüber hinaus eine positive Wirkung auf die Haut erzielt - sie wirkt insgesamt straffer und somit jünger. Zudem wird die Wundheilung gefördert, was wiederum dadurch bewirkt wird, dass sich neu bildende Zellen vor freien Radikalen geschützt werden.

Wendet man ein Öl, das reich an Vitamin E ist, äußerlich an, können auch Narben reduziert werden. Innerlich und äußerlich angewendet, wirkt es des Weiteren als Schutz vor Sonneneinstrahlung. Auch das Haar profitiert hinsichtlich der Kräftigung und des Wachstums von einer ausreichenden Vitaminzufuhr. Aufgrund der positiven Effekte, die das Vitamin auf Haut und Haar hat, werden viele kosmetische Produkte bei der Herstellung mit ihm angereichert.

Vitamin e Mangel und Symtome

Pro Tag sollten Frauen elf bis zwölf Milligramm Vitamin E zu sich nehmen, Männer zwölf bis 15. Personen, die unter Stress oder Herzerkrankungen leiden, rauchen oder ein schwaches Immunsystem haben, weisen einen höheren Bedarf auf. Dasselbe gilt für Schwangere und stillende Mütter.

Typische Symptome für eine Mangelerscheinung sind Sehstörungen, Konzentrations- und Muskelschwäche, Nervenstörungen sowie ein geschwächtes Immunsystem, in dessen Folge die Infektionsanfälligkeit erhöht ist. Sie werden jedoch erst deutlich, wenn über einen längeren Zeitraum zu wenig Vitamin E zugeführt wird. Werden die empfohlenen Werte unterschritten, greift der Körper zunächst auf die Vitaminreserven zurück.

Die Symptome treten meistens erst auf, wenn die Ernährung über einen langen Zeitraum sehr einseitig oder fettarm ist. Bei gesunden Menschen sind Mangelerscheinungen nur selten zu verzeichnen, dennoch sollte stets auf eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung geachtet werden. Jedoch können Erkrankungen wie Morbus Crohn, sofern der Dünndarm betroffen ist, eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Zöliakie derartige Erscheinungen hervorrufen.

Dies liegt darin begründet, dass Nahrungsfette über den Darm nur unzureichend aufgenommen werden. Ein weiterer Grund für einen solchen Mangel ist das Auftreten eines Kurzdarmsyndroms nach einem chirurgischen Eingriff. Überdosierungen treten dagegen nur auf, wenn beispielsweise über einen längeren Zeitraum Vitaminpräparate bzw. Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Die Folge können unter anderem Magen-Darm-Beschwerden sein.

Reichhaltige Lebensmittel mit Vitamin E

Vitamin E ist vor allem in Pflanzenölen, Fisch, Gemüse und Obst zu finden. Besonders reichhaltig sind:

  • Olivenöl
  • Sonnenblumen- und Rapsöl
  • Mais- und Weizenkeimöl
  • Lachs
  • Hering
  • Spinat
  • Paprika
  • Mango
  • Avocado


Das Vitamin ist des Weiteren in Butter, Eiern, Mandeln, Haselnüssen sowie Samen enthalten. Es kann nur ausreichend verwertet werden, wenn gleichzeitig Fett zugeführt wird.